Über die Freuden des Warten Könnens

Es gibt Jobs, für die bewirbt man sich und man kann, die richtigen Qualifikationen vorausgesetzt, am nächsten Tag anfangen. Das sind meist relativ standardisierte Arbeiten mit einem klar abgegrenzten Verantwortungsprofil und recht einfachen Tätigkeiten. Burgerbraten zum Beispiel. Damit das nicht falsch verstanden wird: ich finde Burgerbraten gut. Ich mag Burger, und ich mag gut gemachte Burger noch viel mehr. Man wird aber, jedenfalls wenn man es angestellt betreibt, in aller Regel nicht reicht damit. Burgerbraten ist toll, wenn man einen Job mit geringen Einstiegshürden braucht, aber man muss recht viel Zeit investieren, um ein auskömmliches Einkommen damit zu erzielen. Es ist daher zwar nicht unmöglich, aber doch recht schwer, sich neben diesem Job noch ein zweites Standbein aufzubauen, sich fortzubilden, ein eigenes Geschäft zu gründen, Kunden zu akquirieren etc. Dazu kommt noch, dass man typischerweise in Schichten eingeteilt wird, die man nur in Grenzen selbst bestimmen kann, und nicht mal kurz zwischendurch die E-Mails checken oder einen Anruf beantworten kann.

Ein Burgerbraterjob ist also ehrenhaft, aber kein gutes Sprungbrett.

Woman doing yoga in the tropical jungle sitting on a stone

Es gibt andere Jobs, die hohe Qualifikationen erfordern, einen ganz bestimmten Persönlichkeitstyp, und die oft hoch bezahlt sind. Nehmen wir den Job eines CEO für ein Start-up. Ich meine nicht: Gründer, sondern wirklich CEO. Wenn so ein Start-up schnell gewachsen ist, dann ist es in aller Regel auch verwachsen. Vermutlich sind einige Bereiche sehr schnell expandiert, die dahinterstehenden Strukturen aber nicht. Mann hat vielleicht eine großartige Maschine zur Neukundengewinnung, aber miserablen Kundenservice. Man hat vielleicht ein disruptives Geschäftsmodell, aber mit der Compliance sieht es nicht ganz so fantastisch aus. Dann brauch man einen Level-B-CEO, der aus dem Start-Up mit all seinen Problemchen ein echtes Unternehmen macht. Und diese Leute gibt’s nicht an jeder Ecke.

Solche Jobs aber auch nicht.

Das heißt, dass man auf so einen Job gern auch mal warten muss, also ein klassisches Year-on-the-beach einlegen. Und wenn dann so ein Angebot um die Ecke kommt, dann dauert der Bewerbungsprozess meist mehrere Monate, jedenfalls wenn die Hütte nicht schon so lichterloh brennt, dass die jeden und noch seine Mutter nehmen.

Diesen Zeitaufwand muss man sich leisten können. Wenn das Konto gerade so viel hergibt, dass man sechs Wochen übersteht, dann muss man eben nehmen, was kommt. Sprich: wer keine finanziellen Reserven besitzt, der kann bestimmte Chancen gar nicht ergreifen.

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