Der richtige Zeitpunkt für den Autopiloten

Sparen oder Investieren ist ja zuallererst Psychologie, und zwar auf sich selbst gewandte. Denn was die meisten Leute, vom Geldanlegen abhält, ist die Tatsache, dass man Geld, das man hat, auch ausgibt. Und wenn es dann weg ist, ist schlicht nichts mehr da, was man sparen könnte. Ich weiß das, weil es mir genau so geht.

Der richtige Weg ist es also, das Geld wegzulegen, bevor man es sieht. Und dann idealerweise auch noch zu vergessen, dass man es getan hat.

Für diese Idee gibt es großartige Worte wie „Autopilot“ oder „automatisierte Geldanlage“, aber in der Regel handelt es sich schlicht um einen simplen Dauerauftrag bzw. ein Lastschriftmandat. Das Geld geht jeden Monat in einen Sparplan oder Fond, ist damit vom Konto weg und vor dem Zugriff des Inhabers (mir!) sicher.

In welche Anlage man „wegsparen“ sollte schauen wir uns ein anderes Mal an, mir geht es hier erst einmal um den richtigen Zeitpunkt für die monatliche Abbuchung. Das klingt wie ein triviales Problem, das ist es aber gar nicht.

Der richtige Zeitpunkt - Frau im roten Business Kostüm mit Uhr
Der richtige Zeitpunkt – Frau im roten Business Kostüm mit Uhr

Zunächst ist klar, dass auf dem betreffenden Konto genügend Geld sein muss, damit die Abbuchung nicht ins Leere geht. Bei Arbeitnehmern, bei denen der Lohn berechenbar an einem bestimmten Tag auf dem Konto eingeht, kann das also kurz nach dem betreffenden Zeitpunkt sein. Nicht viel später jedenfalls, da das Geld ja schnell „weg“ sein soll, damit man gar nicht erst in Versuchung kommt, es auszugeben. Die Unsichtbarkeit ist ja gerade der Clou an der Geschichte.

Andererseits gibt es jede Menge Leute, deren Einkommen zwar grob monatlich auf dem Konto eingeht, bei denen der Tag sich aber nicht genau voraussagen lässt. Meine Anwaltskanzlei etwa braucht ungefähr zwei Wochen für die Abrechnung des vergangenen Monats. „Ungefähr“ heißt, dass die Abrechnung manchmal am 14. eingeht, ab und an aber auch am 18. Und dann muss ich erst einmal eine Rechnung schreiben, die dann auch noch gezahlt werden muss. Da kann sich der Eingangszeitpunkt des Geldes auf meinem Konto also um eine ganze Woche verschieben.

Ich lasse alle Abbuchungen, bei denen ich den Zeitpunkt selbst bestimmen kann, daher Mitte des Monats abgehen. Das setzt natürlich ein etwas komplexeres Liquiditätsmanagement voraus als die Grundform „Arbeitnehmer mit einem Einkommen“, aber es scheint mir die beste Methode zu sein. Das Geld ist dann zwar oft „nicht gleich“ weg, aber eben doch früh genug, dass ich es nicht vor dem Monatsende noch für Vanity-Projekte wie Compliance Handbücher (großartige Strandlektüre!) ausgeben kann.

Ich persönlich verwalte meine ETF-Sparpläne online bei einer bekannten Direktbank. Die erlaubt mir zwar kein ganz flexibles Festlegen des Abbuchungsdatums, aber immerhin die Wahl zwischen „Monatsanfang“ und „Monatsmitte“, was für meine Zwecke reicht.

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