Kaufen Sie den verdammten Kaffee

Immer, immer wieder, wenn es um das Thema „Sparen“ geht, liest man den Tipp, sich keinen Kaffee zu kaufen. Also: keinen von einer Kette. Es wird dann immer vorgerechnet, dass man, wenn man den eben nicht kauft, sich irgendwann ein Haus leisten kann (kein Witz, googlen Sie’s nach).

Die Annahme ist, so ein Kaffee, meist wird Starbucks als Beispiel genommen, sei unnötig und überteuert. Und wissen Sie was: das stimmt sogar. Und dennoch: kaufen Sie sich den verdammten Kaffee, wenn Sie Lust darauf haben.

Ein Starbucks-Cappiccino, und den würde ich nehmen, kostet drei bis vier Euro. Dafür können Sie sich gern auch noch warm hinsetzen und das Wi-Fi nutzen oder halt ein umweltschädliches Becherchen mitnehmen und sich zu Recht schlecht fühlen. In jedem Fall ist das Ganze eine nette kleine Sache im Alltag und damit genau das, was man ab und an braucht. Glauben Sie mir: wenn Sie sich den Kaffee verkneifen, dann geben Sie die drei Euro für etwas anderes aus. Süßigkeiten. Oder Zigaretten. Und letzteres sollten Sie nicht: das ist wirklich asslig, macht das Sperma kaputt und lässt Sie wie ein vermoderter Bussard riechen.

Ich bin durchaus der Meinung, dass Sie sich nicht aller drei Jahre ein neues Auto kaufen müssen, dazu gesondert mehr. Aber sich kleine Freuden im Alltag vermiesen lassen? Da muss man sich dann fragen, wozu man eigentlich spart, und ob das nicht Übereifer ist: man kann es immer übertreiben, aber dogmatischer Purismus macht auf die Dauer einfach unangenehm.

Dazu kommt noch: wenn es wirklich der Kaffee ist, der zwischen Ihnen und dem Traumhaus steht, dann machen Sie irgendwas falsch. Die drei Euro am Tag können Sie sich abends am Rechner mit Produkttests oder Fragen stellen bei Quora verdienen. Ich empfehle dann aber, einfach mal einen anderen Job anzusehen.

Ein Kommentar zu „Kaufen Sie den verdammten Kaffee

  1. Das Beispiel „Kaffee to-go“ wird gern zur Erklärung des Lattee-Effektes genutzt, da er für die Masse einfach am verständlichsten ist. Dabei geht es darum, sich besonders kleinere, regelmäßige Ausgaben bewusst zu machen, da diese nun einmal schleichend sehr viel Geld fressen können.

    Jeder sollte sich etwas gönnen, wenn und wann er es möchte. Für viele wird dieser Kaffee aber eher zur Gewohnheit, was dem Ziel „sich etwas gönnen“ widerspricht. Außerdem kann jeder für sich selbst entscheiden, ob ihm der Kaffee das Geld wert ist oder ob er die 3-4€ nicht für sein Traumhaus zur Seite legt (und nur dafür).

    Diese 3€ sind läppisch und wenn man davon abhängt, dann macht man was falsch? Ja, das stimmt. Denn dann gibt man sicher auch noch woanders unnötig Geld aus. Aber es braucht ja auch nicht jeder sein Traumhaus.

    Gefällt 1 Person

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